Termin vereinbaren
Behandlungsangebote
Kontakt

Termin vereinbaren

Termine und Fragen per E-Mail unter
info.cfvp@de.capio.com

Termine und Fragen telefonisch unter
+09741 898-0

Behandlungsangebote

Kontakt

Capio Franz von Prümmer Klinik

Bahnhofstraße 16
97769 Bad Brückenau

Tel. +49 (0)9741 898-0
E-Mail: info.cfvp@de.capio.com

Medizin und Pflege
an der Capio Franz von Prümmer Klinik

Was ist Demenz?

„Demenz“ beschreibt den Zustand „vom eigenen Geist bzw. vom Gedächtnis entfernt zu sein“.

Fachlich wird Demenz nach internationaler statistischer Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) definiert als ein:

„Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen

... einschließlich des/der

  • Gedächtnisses
  • Denkens
  • Orientierung
  • Auffassung
  • Rechnen/Lernfähigkeit
  • Sprache
  • Urteilsvermögens
  • Konzentrationsprobleme

Für Fragen zum ergotherapeutischen Behandlungskonzept in der Capio Franz von Prümmer Klinik Bad Brückenau stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kriterien einer Demenz

Entscheidend für das Vorliegen einer Demenz sind:

  • eine Symptomatik, die mindestens 6 Monate vorliegen muß
  • Ausschluss von Bewusstseinsstörungen

sowie Einschränkungen des Menschen in:

  • den persönlichen Aktivitäten des täglichen Lebens
  • in der Alltagskompetenz

Demenz stört eine funktionierende Kognition

Die Bezeichnung leitet sich ab vom lateinischen „cognoscere“: erkennen, erfahren oder kennenlernen.

Kognition ist ein uneinheitlich verwendeter Begriff, mit dem auf die Informationsverarbeitung von Menschen und andere Systeme Bezug genommen wird.

Oft ist mit „Kognition“ das Denken in einem umfassenden Sinn gemeint.

Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen u. a.

  • die Wahrnehmung
  • die Aufmerksamkeit
  • die Erinnerung
  • das Lernen
  • das Problemlösen
  • die Kreativität
  • das Planen
  • die Orientierung

Auch Emotionen haben einen wesentlichen kognitiven Anteil. Kognitive Fähigkeiten werden von verschiedenen Wissenschaften untersucht, z. B. der Psychologie, der Biologie, den Neurowissenschaften, der Psychiatrie oder der Philosophie.
 

Demenzarten

Es wird bei den Primären Demenzformen zwischen degenerativen, vaskulären und sekundären Demenzarten unterschieden.

Degenerative Demenzen

Eine degenerative Demenz zeichnet sich durch den Abbau (Degeneration) der Nervenzellen im Gehirn aus. Bekannte Formen sind u. a.:

  • Demenz vom Alzheimer Typ
  • Morbus Pick

Als Systemdegenerationen sind bekannt:

  • Parkinson Lewybody-Demenz
  • Chorea Huntington
  • Spinozerebrale Degeneration
  • ALS-Demenzkomplex
  • Demenz vom Frontallappentyp

Medizinische Merkmale

  • Atrophie von Anteilen der Großhirnrinde
  • Ablagerung pathologischer Eiweiße sog. Amyloid
  • ca. 65 % aller Demenzerkrankungen

Mit zunehmendem Alter treten häufig Mischformen der vaskulären und degenerativen Demenzen auf. Etwa 15 % aller Demenzerkrankungen sind von dieser Mischform betroffen.

Vaskuläre Demenzen

Vaskuläre Demenzen entwickeln sich aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Sie treten auf, wenn Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden können.
Vaskuläre Demenzen sind bekannt als:

  • Mikroangiopathien
    • Morbus Binswanger
    • Leukoenzephalopathien
  • Strategische Einzelinfarkte
  • Hypoperfusionen
  • Blutungen
  • Vaskulitiden

Vaskuläre Demenz:

  • wird auch „Multi-Infarkt-Demenz“ (MID) genannt
  • kleine subkortikale Gefäße verändern sich

Jeder neue Gehirninfarkt führt zur Verschlechterung der intellektuellen Fähigkeiten und zu neurologischen Ausfällen.

Sekundäre Demenzen

Sekundäre Demenzen sind eine seltenere Demenzform. Sie kann beispielsweise durch eine Medikamentenvergiftung, durch Gifte wie Alkohol oder Drogen, aber auch durch Depressionen ausgelöst werden. Im Unterschied zur primären Demenzen besteht bei sekundären Demenzformen eine Chance auf Heilung.

  • Folge anderer Erkrankungen
  • Rechtzeitig behandelt können kognitive Störungen bei günstigen
  • Voraussetzungen behoben werden
  • Anteil der Demenzerkrankungen ca. 15 %

Erkrankungen, die zu einer sekundären Demenz führen können sind z. B.:

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen z. B. chron. Herzinsuffizienz
  • Chron. Lungenerkrankungen z. B. COPD
  • Intoxikationen z. B.
    • Alkoholmissbrauch
    • Korsakow-Syndrom
  • Metabolische Erkrankungen (Stoffwechselerkrankungen)
  • Depressionen

Ziele ergotherapeutischer Arbeiten bei primären Demenzerkrankungen

Bei beginnender Erkrankung:

  • Stützung der Orientierung
    • zeitlich, örtlich, situativ, zur Person
  • Erhaltung der kognitiven Fähigkeiten, wie z. B.:
    • Orientierungsverbesserung
    • Verbesserung der Aufmerksamkeit
    • Verbesserung der Konzentration
  • Biographie- und Erinnerungsarbeit
    • Stabilisierung des Langzeitgedächtnisses

Generell:
Anleiten des dementen Menschen zu früheren Tätigkeiten des täglichen Lebens. Kognitiver Abruf von bereits bekannten Tätigkeiten, die noch erhalten sind.
Dabei ist darauf zu achten, dass die an Demenz erkrankten Menschen nicht überfordert werden und es zu keinem Negativerleben kommt! Vermitteln Sie Ruhe und Sicherheit!

Bei fortgeschrittenem Stadium:

  • Intensive Förderung des Kommunikationspotenzials
    • Anregung der Sprache, Lieder singen, Sprichwörter ergänzen etc.
  • Erhaltung/Förderung der Körperwahrnehmung z. B.
    • Der Demenzkranke soll sich möglichst lange noch selbst spüren z. B. sensomotorisches Körpertraining
    • Unruhe abbauen
    • Ängste und Verhaltensstörungen positiv beeinflussen
    • Kontrakturprophylaxe Arm/Hand

Ergotherapie Behandlungskonzept nach Perfetti

Prof. Carlo Perfetti, Facharzt für Neurologie und Leiter eines Reha-Zentrums in Schio (ltaltien), entwickelte ein Konzept für Patienten mit Halbseitenlähmung mit dem Ziel, die Funktion der Muskeln zu trainieren.

Grundlage des Verfahrens:

  • Bewegung, Wahrnehmung und kognitive Leistungen bilden eine Einheit neuer neurophysiologischer und -psychologischer Erkenntnisse für die Entstehung einer neuen Rehabilitationsart
  • Das Perfetti-Konzept orientiert sich an der physiologischen Funktionsweise des Gehirns und seinen Möglichkeiten zur Reorganisation. Wichtig sind die gezielte Aufmerksamkeit des Patienten sowie ein zielgerichteter, sinnvoller Bewegungsauftrag. Ohne diese Kombination ist das Erlernen bzw. Wiedererlernen von Bewegungsmustern nicht möglich.

Ziele:

  • Aufnahme und Speicherung von Bewegungsinformationen
  • Verbesserung der Vorstellung einer Bewegung
  • Übernahme von Teilen einer Bewegung
Nach oben